
Die Pharaoameise ist eine invasive, wärmeliebende Ameisenart, die weltweit in beheizten Gebäuden auftritt. In der Schweiz gilt sie als Hygieneschädling und ist besonders problematisch in Spitälern, Altersheimen, Lebensmittelbetrieben und Mehrfamilienhäusern. Aufgrund ihrer winzigen Körpergrösse bleibt sie lange unentdeckt und bildet schwer auffindbare, weit verzweigte Kolonien mit vielen Königinnen. Sie bevorzugt warme, feuchte Innenräume und dringt tief in Bausubstanz, Rohrleitungen und elektrische Anlagen ein.
Pharaoameise (Monomorium pharaonis)
- Reich: Tiere (Animalia)
- Stamm: Gliederfüsser (Arthropoda)
- Klasse: Insekten (Insecta)
- Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
- Familie: Ameisen (Formicidae)
- Gattung: Monomorium
- Art: Pharaoameise (Monomorium pharaonis)
Grösse:
- Arbeiterinnen: 1.5 bis 2.5 mm
- Königin: ca. 4 mm
- Männchen: ca. 3 mm (geflügelt)
Aussehen:
- Gelblich bis rötlich-braun, Hinterleib oft dunkler
- Sehr kleine, schlanke Körperform
- Fühler mit 12 Gliedern, Endglied keulenförmig
- Flügel bei Königinnen und Männchen nur zur Paarung vorhanden
Lebensweise:
- Polygyn: Kolonie mit mehreren Königinnen
- Arbeiterinnen bilden extrem lange Strassen durch Gebäude
- Nestverlagerung bei Störung oder schlechter Umgebung möglich
- Leben ausschliesslich in Innenräumen in beheizten Zonen
Fortpflanzung:
- Ganzjährige Fortpflanzung möglich
- Schwarmflüge finden nicht im Freien statt
- Neue Kolonien entstehen durch Teilung (Budding)
- Kolonien wachsen schnell auf mehrere tausend Tiere an
Neststandorte:
- Hohlräume in Wänden, Sockelleisten, Elektroverteilern
- Unter Bodenbelägen, in Zwischenböden oder Wandverkleidungen
- In der Nähe von Wärmequellen wie Heizungsrohren oder Elektrogeräten
- Neststandorte oft schwer auffindbar und verteilt auf viele kleine Nester
Ernährung:
- Bevorzugt eiweiss- und zuckerhaltige Nahrung
- Aas, Fleisch, Wurst, Insekten, Süssspeisen
- Greifen auch sterile Materialien an, wie Verbandszeug oder Arzneimittel
- Suche nach Futter erfolgt rund um die Uhr
Verhalten:
- Extrem versteckt lebend und scheu
- Nur ein Bruchteil der Kolonie ist sichtbar
- Ausbreitung über Kabelkanäle, Wasserleitungen, Fugen und Mauerrisse
- Teilkolonien kommunizieren über Duftstoffe (Pheromone)
- Nestverlagerung bei Bekämpfung, Hitze, Trockenheit oder Chemikalien
Hygienerisiken:
- Übertragen krankheitserregende Keime wie Salmonellen oder Staphylokokken
- Kann Wunden befallen und Krankheiten übertragen
- Besonders gefährlich in Spitälern, Pflegeeinrichtungen und Laboren
- Können sterile medizinische Materialien kontaminieren
Bauliche Schäden:
- Beschädigen Verpackungen, Dämmmaterialien und Isolierungen
Krankheitsübertragungen:
- Transport von Mikroorganismen aus Abwasser, Müll oder Erde
Gebäudeschutz:
- Ritzen, Fugen und Mauerspalten abdichten
- Fenster- und Türrahmen kontrollieren und abdichten
- Lebensmittel luftdicht verschliessen
- Keine Essensreste oder offene Abfallbehälter stehen lassen
Verhalten:
- Küchen und Lagerräume regelmässig reinigen
- Kontrollgänge an warmen Leitungssystemen und Elektroverteilern
- Bei Sichtung: sofortige Meldung an Fachfirma, keine Selbstbehandlung
Erfahrung mit Rossameisen: Zellulose-Isolation als Nest
Im Frühjahr 2025 erhielten wir einen Auftrag wegen Rossameisenbefalls in einem Einfamilienhaus am Waldrand. Die betroffene Familie hatte bereits erfolglos bei anderen Schädlingsbekämpfungsfirmen angefragt. Diese lehnten eine Bekämpfung telefonisch ab, da ein Einsatz in Waldrandnähe für sie nicht zielführend sei. Bei uns ist jedoch eine Ablehnung ohne vorherige Inspektion ausgeschlossen.
Unser Techniker führte vor Ort eine sorgfältige Beratung und Inspektion durch. Dabei fiel ihm rasch auf, dass das betroffene Zimmer ein ehemaliges Dachfenster aufwies. Dieses war aussen mit einem Holzvorbau verschlossen und innen mit einer Holzplatte abgedeckt. Dahinter befand sich eine Zellulose-Isolation, welche von den Rossameisen als Nistmaterial verwendet wurde.
Da Rossameisen Holz zerkleinern, eignete sich die lose Zellulose ideal als Nistmaterial. Die Isolation war teilweise zerfressen und im unteren Bereich stark durchnässt. Wir entfernten das betroffene Material vollständig und saugten die Ameisen ab. Zusätzlich setzten wir gezielt ein zugelassenes Insektizid ein.
Anschliessend war eine deutliche Verbesserung spürbar. In Zusammenarbeit mit einer Baufirma wurde anschliessend besprochen, wie man die betroffene Stelle künftig baulich so absichern kann, dass sich derartige Fälle nicht wiederholen. Folgend hat der Kunde, entsprechende bauliche Massnahmen eingeleitet.
